Tapezieren: mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung auch als Laie zum Erfolg

Einfacher als gedacht: Auch Laien können mit nur wenigen Tipps ihre Wände neu tapezieren. Dabei ist die Auswahl der passenden Tapete entscheidend: Die Raufasertapete, Profiltapete mit Reliefstruktur und Papiertapete sind zum Beispiel sehr anfängerfreundliche Tapeten. Sie verzeihen auch ein etwas ungeübteres Vorgehen beim Tapezieren und sind einfach zu verarbeiten, da sie beispielsweise beim zu festen Andrücken von selbst wieder herausfedern. Exklusive Metalltapeten hingegen erfordern sehr viel Sorgfalt und vor allem Fachkenntnisse, da sie elektrisch leiten und ein perfekt vorbereiteter Untergrund Voraussetzung ist. Textiltapeten verlangen ebenfalls viel Feingefühl und professionelles Know-how, da sie aus empfindlichen textilen Materialien wie Samt, Baumwolle oder Leinen gefertigt sind. Entscheiden Sie je nach Tapetenart, ob Sie sich selber ans Tapezieren begeben oder einen Fachmann damit beauftragen. In Eigenregie zu Tapizieren ist auf Grund des damit verbundenen Aufwands und der finanziellen Belastung nicht unbedingt günstiger als eine  Malerfirma. Informieren Sie sich über Tapezierangebote von Malermeistern und lesen hier Infos zum Tapezieren.

Die Vorbereitungen für das Tapezieren

Legen Sie alle Werkzeuge und Materialien bereit und ermitteln Sie Ihren Bedarf an Tapetenrollen. Dafür nutzen Sie diese einfache und dennoch zuverlässige Faustformel:

Länge aller Wände (entspricht dem Raumumfang) x Länge der Tapetenbahnen (entspricht der Raumhöhe) : 5 = Tapetenbedarf.

Nun rücken Sie alle Möbel von den Wänden ab, stellen sie abgedeckt in die Zimmermitte oder bringen sie in einen anderen Raum. Bedecken Sie den Boden des zu tapezierenden Zimmers mit einer Schutzfolie. Danach entfernen Sie die alten Tapeten mit einem Tapetenlöser und Spachtel von den Wänden und untersuchen den Putz auf Schäden. Sind Löcher oder Risse vorhanden, verspachteln Sie diese mit Spachtelmasse oder Gips. Ziel ist, dass die Wände zum Tapezieren komplett glatt sind. Testen Sie die Saugfähigkeit der Wände, indem Sie den Untergrund mit einer kleinen Menge Wasser benetzen. Ziehen die Wassertropfen allmählich ein, ist alles in Ordnung. Perlt das Wasser hingegen ab, ist nicht genügend Saugfähigkeit zum Tapezieren vorhanden. In diesem Fall müssen Sie vor dem Tapezieren eine sogenannte Rollenmakulatur auf den Putz auftragen. Hierbei handelt es sich um eine unbedruckte Tapete, die als Untergrund für die eigentliche Tapete dient. In früheren Zeiten wurde dafür Zeitungspapier verwendet. Verfärbt sich der Untergrund dunkel, ist die Saugfähigkeit zu hoch zum Tapezieren. In diesem Fall kleistern Sie den Untergrund vor. Jetzt müssen nur noch Steckdosen, Lichtschalter und Fußleisten demontiert werden.

Das Zuschneiden der Tapetenbahnen vor dem Tapezieren

Sie rollen die Tapetenbahn mit der Rückseite nach oben auf dem Tapeziertisch aus und schneiden die benötige Länge mit einem Tapeziermesser oder Cutter ab. Hierbei ist es wichtig, dass Sie zur eigentlichen Wandhöhe oben sechs Zentimeter für die Decke und unten vier Zentimeter für die Bodenleiste hinzurechnen. Hat die Tapete ein Muster, auch Rapport genannt, achten Sie beim Zuschneiden auf die Übereinstimmung der Muster und bei Fenster und Türen auf den richtigen Versatz.

Das Kleistern

In einem Eimer rühren Sie den Kleister mit einer Holzlatte durch Zugabe von Wasser an. Sobald eine Art Strudel entsteht, fügen Sie weiteres Wasser direkt dort hinein. Generell gilt: Den Kleister lieber zu dick anrühren als zu dünn. Verdünnen können Sie immer noch. Je mehr Gewicht eine Tapete hat, desto fester muss der Kleister sein. Anschließend legen Sie eine Tapetenbahn mit der Rückseite nach oben auf den Tapeziertisch und kleistern sie von der Mitte her bis zu den Enden hin mit einer Kleisterbürste satt und gleichmäßig ein. Zum 10- bis 15-minütigen Einweichen falten Sie die Bahn zusammen, indem alle Längskanten übereinanderliegen, damit die Ränder nicht austrocknen.

Das eigentliche Tapezieren

Nun beginnen die Tapezierarbeiten, indem Sie mithilfe einer Wasserwaage einen senkrechten Strich mit einem Bleistift auf die Wand zeichnen. An dieser Linie richten Sie die erste Bahn aus. Fassen Sie die Tapetenbahn oben an beiden Seiten an und setzen sie direkt an die Markierung. Die Bahn wird langsam nach unten hin entfaltet und mit einer Tapezierbürste von oben nach unten festgestrichen, bis keine Luftblasen mehr vorhanden sind. Den Überstand an der Decke und der Bodenleiste entfernen Sie mit einem Cutter. Die weiteren Bahnen bringen Sie an, indem Sie sich an der ersten Bahn orientieren. Mit der Wasserwaage prüfen Sie gelegentlich, ob die Ausrichtung der einzelnen Bahnen stimmt. Die Nähte zwischen den Bahnen werden mit einem Nahtroller glatt gestrichen. Zum abschließenden Trocknen sollten eine Raumtemperatur von 20 Grad und keine Zugluft herrschen.